Biorhythmisch optimiertes Licht für das internationale Headquarter von Jarola in Coevorden (NL)

Biorhythmisch optimiertes Licht für das internationale Headquarter von Jarola in Coevorden (NL)

Auch Glaswände müssen im HCL-Konzept berücksichtigt werden. Fotograf: Mike Rikken

Human Centric Lighting, kurz HCL, ist ein Trend mit Breitenwirkung. Noch vor wenigen Jahren war die auf den Menschen fokussierte Beleuchtungstechnik eine vorwiegend in medizinischen Einsatzbereichen wie Kliniken und Rehazentren angewandte Technik. Doch inzwischen hat die biorhythmisch orientierte Lichtplanung viele Anwendungsgebiete erreicht. Denn überall dort, wo Menschen viel Zeit in künstlichem Licht verbringen, ist HCL sinnvoll.

Viele Unternehmen haben erkannt, dass Mitarbeiter, die unter gesunden Lichtverhältnissen arbeiten, nicht nur erholter, immunstärker und biorhythmisch ausgeglichener, sondern auch leistungsfähiger sind. Die Investition in eine umfassende Installation von HCL-Beleuchtung in Büroräumen, Kantinen, Lobby-Bereichen, Konferenzräumen und Fluren ist daher nicht nur eine Entscheidung für das Wohl der Belegschaft, sondern kommt auch der Produktivität des Unternehmens zugute.

HCL-Beleuchtung in den Büroräumen. Fotograf: Mike Rikken
HCL-Beleuchtung in den Büroräumen. Fotograf: Mike Rikken

2021 errichtete Jarola, ein niederländisches Großunternehmen und Marktführer für Produkte im Wassermanagement, in Coevorden (NL) den ersten Komplex (Phase 1 von 3) seines neuen internationalen Headquarters und entschied sich dabei für eine umfassende HCL-Lichtplanung von ADUROLicht. Sämtliche Bürobereiche und alle Räumlichkeiten, in denen sich die Mitarbeiter länger aufhalten, wurden mit HCL-Beleuchtung ausgestattet. Die Lichtarchitekten wurden von Beginn an in die Konzeption des Neubaus miteinbezogen, da ein präziser Lichtplan für die Effizienz der Human-Centric-Lighting Technologie maßgebend ist. Denn auch bauliche Faktoren spielen eine Rolle wie etwa die Größe und die Ausrichtung der Fenster, die Ausmaße der Räumlichkeiten, die Auslastung der Räume mit Arbeitsplätzen und deren Anordnung, die Deckenhöhe, die Farbe der Wände sowie die weitere Innenausstattung der Räume. Eine genaue Erfassung dieser Gegebenheiten bildete die Voraussetzung für den entsprechenden Lichtplan. Die Lampen wurden jeweils so verteilt, dass eine HCL-gerechte Ausleuchtung im gesamten Raum erreicht wurde. Eine synchron gleichmäßige Lichtstärke wurde dadurch erzielt, dass in Fensternähe weniger Lampen eingesetzt oder diese stärker gedimmt werden. Eingebaute lichtsensible Sensoren passen im Tageslauf die Lichtstärke der Lampen an das vorhandene Tageslicht an, so dass nur so viel mit künstlichem Licht ergänzt wird, wie es notwendig ist.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden außerdem bewegungssensible Sensoren installiert, die dafür sorgen, dass sich das Licht abschaltet, wenn alle Mitarbeiter das Gebäude verlassen haben. So wird vermieden, was noch immer in vielen Unternehmen der Fall ist: Das Licht im gesamten Gebäude bleibt die ganze Nacht an, weil schlichtweg vergessen wird, es auszuschalten. Mit Sensoren lässt sich einer solchen erheblichen Energieverschwendung entgegenwirken.

Das konsequente HCL-Konzept umfasst auch Flure und Treppenhäuser. Fotograf: Rick Meinen
Das konsequente HCL-Konzept umfasst auch Flure und Treppenhäuser. Fotograf: Rick
Meinen

Die Lichtplanung mit Human Centric Lighting kann – wie bei Jarola in Coevorden – im Zusammenhang mit einem Neubau ideal umgesetzt werden. Doch auch ein bereits genutztes Gebäude kann nachträglich mit HCL ausgestattet werden. Bevor die Entscheidung für die umfassende Installation von HCL bei dem Bauvorhaben in Coevorden getroffen wurde, richtete Jarola testweise einige Büros im historischen Firmensitz in Lutten mit HCL ein. Aufgrund der durchschlagenden Wirkung und des positiven Feedbacks der beteiligten Mitarbeiter fiel daraufhin die Entscheidung, den gesamten Neubau mit HCL-Lösungen auszustatten.

Insbesondere die Logistikmitarbeiter, die in dem neuen Gebäudekomplex in zwei Schichten arbeiten – die erste Schicht von 6 bis 14 Uhr, die zweite Schicht von 14 bis 22 Uhr – profitieren stark von der installierten biorhythmisch optimierten Beleuchtungstechnik. Da HCL individuell einstellbar ist, kann der imitierte Verlauf des natürlichen Tageslichts auch nach Bedarf verschoben werden. Dies kommt in Coevorden vor allem den Mitarbeitern der späteren Schicht zugute, wenn sie zu einer biorhythmisch ungewöhnlichen Tageszeit den Arbeitsplatz verlassen. Ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden wird gefördert, indem die Lichtfarbe zum Ende ihrer Schicht hin mit Rottönen versetzt wird, was die Melatoninbildung anregt und somit einen erholsameren Schlaf vorbereitet.

Die Adurolight PQL HCL LED-Panels (links) eignen sich für die Ausstattung von Office-Räumen. In den Fluren wurden Adurolight PQL HCL Slim-LED-Downlights (rechts) installiert.
Die Adurolight PQL HCL LED-Panels (links) eignen sich für die Ausstattung von Office-Räumen. In den Fluren wurden Adurolight PQL HCL Slim-LED-Downlights (rechts) installiert.

Die Gebäude von Jarola wurden nicht nur in den Büroräumen mit HCL versehen, sondern sämtliche Räumlichkeiten von den Fluren bis hin zur Kantine erhielten die gleiche Technik, denn eine möglichst konsequente HCL-Beleuchtung steigert den positiven Effekt. Umgekehrt wirken sich Lücken (z.B. in Korridoren ohne HCL-Technik) in einem Lichtkonzept destruktiv auf den Biorhythmus aus. Eine umfassende HCL-Einrichtung ist vor allem in gesundheitssensiblen Kontexten bei der Lichtplanung besonders zu beachten (etwa bei Demenzpatienten), kommt letztendlich aber auch Menschen in Standardsituationen wie beispielsweise im Bürokontext zugute.

Insgesamt wurden an dem neuen Standort in dieser ersten Phase mehr als 1.000 m² Räumlichkeiten mit HCL-Technik und mit insgesamt 250 Lampen ausgestattet. Dabei wurden folgende Produkte eingebaut: ADUROLicht HCL Panels und ADUROLicht HCL Downlights (siehe Fotos). Die Lichtexperten von ADUROLicht brachten sich dabei nicht nur als erfahrene Experten und als DIALux-geprüfte Lichtplaner ein, sondern als ambitionierte Partner auf Augenhöhe mit dem Kunden und mit den beteiligten Baugewerken.


Autor: Rudolf van de Velde. Copyright: AduroLicht
Autor: Rudolf van de Velde. Copyright: AduroLicht

Autor: Rudolf van de Velde, Manager Product Specialists Departement, Aduro Technologies Europe. www.adurolicht.de